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Geschrieben von Jäger am 28.11.2006 um 22:56:

cool Grundeinkommen statt Arbeitsmarkt? Rudolf Steiner anno 1905

Mit seinem Ansatz einer sozialen Dreigliederung geht Rudolf Steiner davon aus, daß nur Leistungen auf den Markt gehören. Nicht nur das Kapital und der Grund und Boden, sondern auch die Arbeit müssen demnach aus dem Kreislauf des Wirtschaftslebens herausgenommen und nach den Prinzipien des Geisteslebens bzw. Rechtslebens gehandhabt werden. Das heißt erst einmal, daß es keinen Arbeitsmarkt mehr geben kann. Es wird vielmehr das Arbeitsrecht so ausgebaut, daß nicht mehr der auf dem Markt erzielte Stundenlohn darüber entscheidet, wie viele Stunden gearbeitet werden muß, sondern genau das Gegenteil. Es soll demokratisch festgelegt werden, welche Stundenzahl bei den jeweiligen Berufen zumutbar ist. Der Stundenlohn muß dann entsprechend so gemessen werden, daß jeder, auch der Ungeschickteste, davon leben kann. Erst wenn dies gewährleistet ist, ist es möglich, nicht mehr für sich, sondern für die anderen zu arbeiten. Die Tatsache, daß alle an einer solchen Arbeitsteilung gewinnen, bezeichnet Rudolf Steiner 1905 als soziales Hauptgesetz und ab 1918 als die Brüderlichkeit als Prinzip des Wirtschaftslebens. Dem demokratischen Staat steht es dagegen zu, Kindern, Eltern, Altgewordenen und Kranken auch dann ein Einkommen bzw. Teileinkommen zu sichern, wenn sie gar nicht - oder nur beschränkt - für andere arbeiten. Hier gilt nicht das Prinzip der Brüderlichkeit, sondern der Gerechtigkeit.

Quelle: Institut für soziale Dreigliederung
Autor: Sylvain Coiplet Thema: Hartz IV und seine Alternativen cool


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