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Geschrieben von Matthias_Dilthey am 08.12.2006 um 00:39:

  Besser Machen!

Zum ersten Grundeinkommenstag lief nicht alles perfekt.

Einerseits lag es daran, daß einige Gruppierungen wohl nur ihre "eigene Suppe kochen" wollten, andererseits war es die allererste Veranstaltung, die auf eigenständiges Engagement gebaut hat.

Ganz bewußt hat Grundeinkommenstag.org auf den großen Bahnhof verzichtet, den manche Menschen suchen.

Was sollen wir besser machen?
Brauchen wir mehr Koordination und Vorschriften?

Brauchen wir die große Bühne oder langt eine großartige Idee?



Geschrieben von Matthias_Dilthey am 13.12.2006 um 22:41:

  Netzwerk Grundeinkommen

Zitat:
Matthias Dilthey

Hallo BGE-KämpferInnen,


viele Diskussionen persönlicher Art, in Foren, hier im Netzwerk Grundeinkommen und nicht zuletzt bei Götz Werner haben mir gezeigt, daß wir in zwei diametrale Lager gespalten sind.

Die eine Gruppierung versucht, die calvinistische Arbeitsethik, deren Praktikabilität durch die bereits Jahrzehnte andauernde Massenarbeitslosigkeit arg in Frage gestellt ist, mit Hilfe eines BGE aufrecht zu erhalten.

Die andere Gruppierung sieht diese, auch protestantisch genannte, Arbeitsethik
durch das hohe Maß möglicher Automation als überkommen an und fordert eine Paradigmenabkehr.
Aus der Aufhebung des Arbeitszwangs ergibt sich als notwendige Folge das BGE.


Beide Lager haben jedoch (oder lediglich) eine Gemeinsamkeit: Die Forderung nach einem BGE.


Die unterschiedlichen Philosophien schlagen sich dann auch in den Vorschlägen zur Finanzierung des BGE nieder.
Die BGE-Calvinisten fordern folgerichtig z.B. die Aufrechterhaltung der paritätischen Sozialversicherung, eine Finanzierung über Lohnsteuern oder auch gemeinnützige Arbeit zur Erlangung des (B)GE.


Die "Paradigmen-Wechsler" hingegen fordern, aus ihrer Sicht auch folgerichtig, eine komplette Abkehr von erwerbsarbeitsbezogenen Steuern und Abgaben.


Lebst Du, um zu arbeiten
oder
arbeitest Du, um zu leben?


Diese Frage damit zu beantworten "ich bin auch für ein BGE", erachte ich als nicht hilfreich zur Lösung unserer sozialen und gesellschaftlichen Probleme.


Matthias Dilthey


Dieser Beitrag wurde vom "Netzwerk Grundeinkommen" nicht über die Mail-List veröffentlicht. Könnte es sein, daß dieser Beitrag kurz vor den Wahlen zum SprecherInnenrat nicht passend war?

Könnte es sein, daß das Netzwerk die Aktivitäten von Grundeinkommenstag.org ebenso mißliebig betrachtet?


Fragen über Fragen!

Es scheint Kräfte zu geben wie z.B. Althaus, die das BGE zur Zementierung der jetzigen Ordnung benutzen möchten!

Matthias Dilthey



Geschrieben von bubi am 30.12.2006 um 22:10:

  RE: Netzwerk Grundeinkommen

Hallo Matthias Dilthey,

ich rate dir diesen Beitrag zu entfernen, die Behauptung:

[...........]

> Dieser Beitrag wurde vom "Netzwerk Grundeinkommen" nicht über die Mail-List veröffentlicht.
> Könnte es sein, daß dieser Beitrag kurz vor den Wahlen zum SprecherInnenrat nicht passend war?

[schnipp]

entspricht nicht den Tatsachen!

Ich selbst habe in erhalten. Sollte ich der einzige Empfänger sein?

Mit flaschen Tatsachenbehauptungen schafft man sich bekanntlich die besten Freunde!

Bubi, gerade runter vom Himmel .-).



Geschrieben von Matthias_Dilthey am 01.01.2007 um 03:26:

  RE: Netzwerk Grundeinkommen

Zitat:
Original von bubi
Hallo Matthias Dilthey,

ich rate dir diesen Beitrag zu entfernen, die Behauptung:

[...........]

> Dieser Beitrag wurde vom "Netzwerk Grundeinkommen" nicht über die Mail-List veröffentlicht.
> Könnte es sein, daß dieser Beitrag kurz vor den Wahlen zum SprecherInnenrat nicht passend war?

[schnipp]

entspricht nicht den Tatsachen!

Ich selbst habe in erhalten. Sollte ich der einzige Empfänger sein?

Mit flaschen Tatsachenbehauptungen schafft man sich bekanntlich die besten Freunde!

Bubi, gerade runter vom Himmel .-).


Hallo Bubi,

den Beitrag habe ich rechtzeit vor der VV des Netzwerkes abgeschickt.

Veröffentlicht wurde mein Beitrag, nachdem alle Beschlüsse beim Netzwerk gefaßt waren.

Man möge mir verzeihen, daß ich so eine Vorgehensweise anmahne!

Matthias Dilthey



Geschrieben von Ording am 17.02.2007 um 14:56:

  RE: Besser Machen!

Zitat:
Original von Matthias_Dilthey
Zum ersten Grundeinkommenstag lief nicht alles perfekt.

Einerseits lag es daran, daß einige Gruppierungen wohl nur ihre "eigene Suppe kochen" wollten, andererseits war es die allererste Veranstaltung, die auf eigenständiges Engagement gebaut hat.

Ganz bewußt hat Grundeinkommenstag.org auf den großen Bahnhof verzichtet, den manche Menschen suchen.

Was sollen wir besser machen?
Brauchen wir mehr Koordination und Vorschriften?

Brauchen wir die große Bühne oder langt eine großartige Idee?


Ich denke eher das Problem ist, das man a) ein großes Netzwerk braucht, viele Leute zu erreichen, und b) gleichzeitig ein insich stimmiges Konzept mit so aktuellen Wirtschaftsdaten wie möglich, um jedem klar zu machen, das es funktioinieren kann.

Dann bestünde "nur" noch die Frage, was die Bürger gemeinsam wollen ! Denn, all das wieder durch zu setzen, ohne zuvor die Bevölkerung zu fragen, und somit die Möglichkeit zu geben, auch ab zu stimmen, kann wieder alles in den Sand verlaufen.

Die WASG ist recht schnell ziehmlich weit gekommen, doch wo sind sie nun..... Der Stillstand ist erreicht. Da sie dort nicht weiter kommen, weil sie dort wieder nur eine kleine Minderheit sind.

Man muß erreichen, das man genügend Bürger in ein Netzwerk vereint, wo dann abgestimmt wird, so das sich dann diese Bürger, wer genug dahinter steht, auch aktiv mitmachen würde, dafür sorge zu tragen, das sich was ändert - und sei es die Notwendigkeit, das diese wiederum gemeinsam eine Partei gründen, um dann im BT die Mehrheit zu erreichen, und gar CDU und SPD ab zu lösen ! Wir brauchen dringenst den Volksentscheid !



Geschrieben von iovialis am 17.02.2007 um 16:59:

  RE: Besser Machen!

Zitat:
Original von Ording
Wir brauchen dringenst den Volksentscheid !


Darf ich fragen, was mit einem Volksentscheid gewonnen wäre? Bietet das Entscheidungsverfahren die besten und klügsten Lösungen zur Auswahl? Ist mit einem Volksentscheid etwas gewonnen, wenn es darum geht, Bürger wirklich am Entscheidungsprozeß zu beteiligen?

Nehmen wir einmal fiktiv das Grundeinkommen und es stünde zur Entscheidung:
a) Das Althaus-Modell
b) Das Grünenmodell
c) Hartz-IV

Ich kann wählen und abstimmen - habe mich also dann auch nicht zu beschweren, wenn etwas eingeführt wurde, das mir nicht paßt. Aber hatte ich die Möglichkeit, mich an den jeweiligen Konzepten zu beteiligen, die zur Auswahl standen?

Volksentscheide sind meiner Meinung nach eine Diktatur der Mehrheit und entsprechen nicht der demokratischen Idee. Selbst beim Grundeinkommen kann es so laufen, daß nicht das optimalste Modell gewählt wird, sondern das, was die Masse als optimal hielt - geschweige denn, daß alle Modelle zur Auswahl stehen.

Der Grundeinkommenstag soll die Möglichkeit geben, das öffentliche Bewußtsein auf das Grundeinkommen zu lenken. Die Medien sind unterwandert von politischen oder wirtschaftlichen Interessen. Das heißt, daß eine unabhängige Berichterstattung nicht stattfindet.

Wir haben keine freie Meinungsbildung, sondern eine zielgerichtete, eintönige Meinungsverbreitung. Welche Auswirkung hätte dies auf die Volksabstimmung?

Demokratie heißt nicht wählen, sondern sich beteiligen.

Jörg (Drescher)



Geschrieben von Matthias_Dilthey am 17.02.2007 um 18:10:

  RE: Besser Machen!

Zitat:
Original von Ording
Zitat:
Original von Matthias_Dilthey
Zum ersten Grundeinkommenstag lief nicht alles perfekt.

Einerseits lag es daran, daß einige Gruppierungen wohl nur ihre "eigene Suppe kochen" wollten, andererseits war es die allererste Veranstaltung, die auf eigenständiges Engagement gebaut hat.

Ganz bewußt hat Grundeinkommenstag.org auf den großen Bahnhof verzichtet, den manche Menschen suchen.

Was sollen wir besser machen?
Brauchen wir mehr Koordination und Vorschriften?

Brauchen wir die große Bühne oder langt eine großartige Idee?


Ich denke eher das Problem ist, dass man a) ein großes Netzwerk braucht, viele Leute zu erreichen, und b) gleichzeitig ein insich stimmiges Konzept mit so aktuellen Wirtschaftsdaten wie möglich, um jedem klar zu machen, das es funktionieren kann.


Hallo Ording,

ich stelle mal ganz gewagt die These in den Raum: Die Menschen können sich ein Leben mit BGE nicht vorstellen


Zitat:

Dann bestünde "nur" noch die Frage, was die Bürger gemeinsam wollen ! Denn, all das wieder durch zu setzen, ohne zuvor die Bevölkerung zu fragen, und somit die Möglichkeit zu geben, auch ab zu stimmen, kann wieder alles in den Sand verlaufen.


Frage bitte mal "Arbeitslose", was sie sich wünschen. Zu 98% bekommst Du als Antwort: Arbeit
Hinterfragst Du, was sie wirklich möchten, so kommt Auskommen dabei heraus, verbunden mit sinnvoller Beschäftigung

Daß erst das BGE den Menschen den Freiraum zu sinnvoller Beschäftigung gibt, ist für Viele nicht vorstellbar, zumindest erklärungsbedürftig.


Zitat:

Die WASG ist recht schnell ziemlich weit gekommen, doch wo sind sie nun..... Der Stillstand ist erreicht. Da sie dort nicht weiter kommen, weil sie dort wieder nur eine kleine Minderheit sind.


Die WASG hat mit Schaumschlägern begonnen und wird enden wie Schaum; dieser fällt in sich zusammen.
Neue Konzepte? Fehlanzeige!


Zitat:

Man muß erreichen, das man genügend Bürger in ein Netzwerk vereint, wo dann abgestimmt wird, so das sich dann diese Bürger, wer genug dahinter steht, auch aktiv mitmachen würde, dafür sorge zu tragen, das sich was ändert - und sei es die Notwendigkeit, das diese wiederum gemeinsam eine Partei gründen, um dann im BT die Mehrheit zu erreichen, und gar CDU und SPD ab zu lösen ! Wir brauchen dringenst den Volksentscheid !


Jetzt schließe ich den Argumentationskreis: Was brächte ein Volksentscheid, wenn sich die Menschen ein Leben mit BGE nicht vorstellen können?

Der Volksentscheid würde dazu führen, daß die Arbeiter weiterhin Arbeiten machen, die ein Roboter besser und billiger könnte. Um des Auskommens Willen.

Durch jahrzehnte lange Stigmatisierung sind die Menschen konditioniert:
Ohne Erwerbsarbeit kein Auskommen. Den Sinn und Zweck ihrer Arbeit hinterfragen sie nicht. Denn wichtig ist Beschäftigung und Auskommen.

Daß es auch anders ginge, widerspricht ihrer allgemeinen Lebenserfahrung.

Matthias Dilthey



Geschrieben von bubi am 18.02.2007 um 08:07:

  RE: Besser Machen!

Zitat:

Zitat von Ording

Die WASG ist recht schnell ziehmlich weit gekommen, doch wo sind sie nun..... Der Stillstand ist erreicht. Da sie dort nicht weiter kommen, weil sie dort wieder nur eine kleine Minderheit sind.



Hallo,

im x-ten Programmentwurf der WASG hatte ich seinerzeit 44 mal das Vorkommen von: "der Öffentliche Dienst" gezählt. Damit war mir klar, dass das keine Partei ist, sondern der Parlamentarische Arm der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst.

Also nur Vertreter einer eh schon privilegierten Kaste!

Wenn eine Partei nur diejenigen Vertritt welche das Geld ausgeben.........


Bubi, gerade runter von Himmen :-).


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