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Zum Ende der Seite springen Progressive Steuerauswirkung eines BGE  
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matthias_dilthey
unregistriert
Progressive Steuerauswirkung eines BGE Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Edit vom 05.11.2005

Nachdem immer wieder Unverständnis für die von uns geforderte "Flat-Tax" geäußert wird und stattdessen eine progressive Einkommensteuer verlangt wird, gehe ich kurz auf die progressive Wirkung eines BGE auf die Einkommenbesteuerung ein.

Auch wenn ich die Wirkung an Hand unseres Steuermodells beschreibe, so gelten die Zusammenhänge prinzipiell auch für andere BGE-Modelle.

Die PsgD geht von folgenden Eck-Daten aus:
BGE im Jahr 10.800,--
Steuerfreibetrag von 36.000,-- plus BGE, macht 46.800,-- p.a. (nur der darüber liegende Teil der Einkünfte wird besteuert; verdient jemand inkl. BGE z.B. 50.000,--, so werden nur 3.200,-- besteuert)
Linearer Steuersatz von 50%


Eine effektive Besteuerung (Break-Even) setzt erst bei 68.400,-- Euro Jahreseinkünfte (inkl. BGE) ein:
68.400,-- Einkünfte ./. 46.800,-- Freibetrag = 21.600,-- zu versteuerndes Einkommen, macht bei 50% Steuern
10.800,-- Steuerlast. Dies entspricht aber genau der BGE-Zahlung, so daß effektiv noch keine Besteuerung des Einkommens erfolgt.

Beispiele: (Alle Einkommen incl. BGE p.a.)

4.800,-- ===> Erstattung 225,00% (Mini-Job)
10.000,-- ===> Erstattung 108,0%
20.000,-- ===> Erstattung 54,00%
30.000,-- ===> Erstattung 36,00%
40.000,-- ===> Erstattung 27,00%
50.000,-- ===> Erstattung 18,40%
60.000,-- ===> Erstattung 7,00%

68.400,-- ===> Steuerlast 0,00% (Break-Even)

70.000,-- ===> Steuerlast 1,14%
80.000,-- ===> Steuerlast 7,25%
90.000,-- ===> Steuerlast 12,00%
100.000,-- ===> Steuerlast 15,80%
150.000,-- ===> Steuerlast 27,20%
200.000,-- ===> Steuerlast 32,90%
300.000,-- ===> Steuerlast 38,60%
400.000,-- ===> Steuerlast 41,45%
700.000,-- ===> Steuerlast 45,11%
900.000,-- ===> Steuerlast 46,20%


Der Ordnung halber muß noch erwähnt werden, daß die relativ hohe Verbrauchsbesteuerung eine regressive Wirkung entfaltet, die die starke Progression dämpft.
Dies jedoch hier miteinzuberechnen, würde den Rahmen sprengen.
18.07.2006 16:12
-Im-
unregistriert
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Edit vom 05.11.2005

Hallo Matthias,
an anderen Stellen sprichst du dich gegen eine Besteuerung von Einkommen aus, was auch richtig ist.
Das PsgD-Steuer-Modell weicht davon ab, zumal jegliche Steuerprogression auf der Einkommensseite UNGERECHT ist.
Ich komme wiedermal nicht so recht mit...
18.07.2006 16:13
matthias_dilthey
unregistriert
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Edit vom 05.11.2005

Hallo lm,

wir sprechen immer nur von Arbeitseinkommen. Und dieses bleibt auch steuerfrei.
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Quote:
lm schrieb am 05.11.2005 19:42
Hallo Matthias,
an anderen Stellen sprichst du dich gegen eine Besteuerung von Einkommen aus, was auch richtig ist.
---------------------------------------------------------------------------------------------------
Dabei treten die unterschiedlichen Einkommensarten zu Tage.
Wir unterscheiden sehr deutlich zwischen Einkommen aus "eigener Hände Arbeit" und allen sonstigen Einkommen.

Nachdem, bedingt durch die Automatisation, diese Unterscheidung nicht mehr so einfach möglich ist, machen wir diesen Unterschied an der Einkommenshöhe fest:
Der Verdienst, der das Doppelte des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens übersteigt, ist nicht mehr Verdienst "der eigenen Hände". Denn kein Mensch kann mehr wie doppelt solang arbeiten, als der Durchschnitt. (Dabei gehen wir von einer Gleichwertigkeit der Arbeit aus.)
Ein Abteilungsleiter z.B. wird besser entlohnt als seine Zuarbeiter. Diese Besser-Entlohnung (die wir auch i.O. finden), wird jedoch nicht von ihm selber erwirtschaftet. Sie stellt vielmehr einen Teil dessen dar, was seine Zuarbeiter erwirtschaften.
Oder ist hier jemand der Meinung, daß Herr Ackermann seine Entlohnung mit "eigener Hände Arbeit" erwirtschaftet?
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Quote:

Das PsgD-Steuer-Modell weicht davon ab, zumal jegliche Steuerprogression auf der Einkommensseite UNGERECHT ist.
Ich komme wiedermal nicht so recht mit...
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Das PsgD-Steuermodell arbeitet mit einer Flat-Tax von 50% auf den den Freibetrag übersteigenden Einkommensanteil. Diese Konstruktion erzeugt eine stark progressive Wirkung.
Eine reine Besteuerung des Verbrauchs (Umsatzsteuer) erzielt eine stark degressive Wirkung.
Nachdem das PsgD-Steuermodell ja auf hohe Verbrauchssteuern baut, muß zur Kompensation der degressiven Wirkung der Verbrauchssteuern eine starke Progression eingebaut werden.

Somit erreichen wir einen gerechteren Steuerverlauf.

Liebe Grüße

Matthias Dilthey
18.07.2006 16:15
matthias_dilthey
unregistriert
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Edit vom 05.11.2005

Zur Verdeutlichung der degressiven Wirkung von Umsatzsteuern:

Bezieher geringerer Einkommen geben ihr gesamte Einkommen für den Konsum aus.
Als Beispiel gehe ich von den heute vorliegenden Verhältnissen aus.

Ein Bezieher von HartzIV gibt praktisch alles Geld aus. Je nachdem was er dafür kauft, zahlt er Verbrauchssteuern. Dazu zählt z.B. die MwSt oder auch Öko- und Mineralölsteuer.
Bei 16% MwSt zahlt er von seinen 345,-- Euro Steuern, nämlich ¤ 47,59. Das entspricht einer Besteuerung von 13,8% auf?s Einkommen berechnet.

Ein Anderer verdient ¤ 900,-- im Monat, zahlt also noch keine Lohnsteuer. Weil er ein sparsamer Mensch ist, gibt auch er nur ¤ 345,-- im Monat aus, legt also ¤ 555,-- in den Sparstrumpf. Er zahlt also auch nur diese ¤ 47,59 Verbrauchssteuern. Bezogen auf seine Einkünfte von ¤ 900,-- sind das jedoch nur 5,29%

Der Nächste verdient ¤ 1.500,--, zahlt darauf (einen Steuerfreibetrag von ¤1000,-- angenommen und 20% Lohnsteuer) ¤ 100,-- Lohnsteuer.
Auch er ist sparsam, gibt nur ¤ 345,-- aus, den Rest in den Sparstrumpf.
Somit zahlt er ¤ 100,-- Lohnsteuer und ¤ 47,59 Verbrauchssteuer, macht eine Steuerbelastung von ¤ 147,59 oder 9,84%

Unter den gleichen Bedingungen und ¤ 2.000,-- Einkommen beträgt die gesamte Steuerlast 12,38%.

Selbst bei ¤ 2.000,-- Euro Lohn zahlt dieser (gleiches Konsumverhalten vorausgesetz) prozentual noch immer 1,4% weniger Steuern als der Hartz-Empfänger.


Wird nun die MwSt. auf 20% erhöht, so ergeben sich folgende Steuersätze:

Einkommen: 345,--, Steuer: 57,50, Prozent: 16,67%
Einkommen: 900,--, Steuer: 57,50, Prozent 6,39%
Einkommen: 1500,--, Steuer: 157,50, Prozent: 10,50%
Einkommen: 2000,--, Steuer: 257,50, Prozent: 12,88%

Im Fall von 20% MwSt. Steigt der Abstand der prozentualen Besteuerung der Einkünfte von 16,67% beim Hartz-Empfänger zu 12,88% beim Bezieher von ¤2000,-- um 3,79%.


Verbrauchssteuern entfalten also eine stark degressive Wirkung, die eine Progressivität der Lohnsteuer teilweise aufhebt oder sogar überkompensiert.


Bitte verzeiht mir diesen kleinen Exkurs in die Steuertheorie; ich bin der Meinung, daß dieses Wissen notwenig ist, möchte man bei Steuerthemen mitreden.


Liebe Grüße

Matthias
18.07.2006 16:16
-Im-
unregistriert
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Edit vom 05.11.2005

Das ist alles schon klar. Es geht aber nicht lediglich um die Besteuerung des Verbrauches, sondern um die Solidarabgabe auf JEGLICHEN Geldtransfer, egal wofür. Sobald Geld von einem Kontoinhaber zu einem anderen Kontoinhaber transferiert wird, fällt die Solidarabgabe an als prozentualer Aufschlag auf den Zahlbetrag und als einzige Besteuerung. Ein Teil davon dient dann hoheitlichen Ausgaben und der Rest wird als BGE an ALLE ausgezahlt - täglich.
Nur eine derartige Verfahrensweise kann auch ein BGE in ausreichender Höhe sichern. Andere Modelle sind dazu nicht in der Lage.

PS: Das Sparverhalten der meisten Bürger erwächst aus existenzbedrohender Unsicherheit. Ein teilhabesicherndes BGE macht Sparen überflüssig.
18.07.2006 16:17
matthias_dilthey
unregistriert
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Edit vom 06.11.2005

Lieber Lothar,

da muß ich Dir widersprechen:
----------------------------------------------------------------------------------------------
Quote:
lm schrieb am 05.11.2005 21:56
Sobald Geld von einem Kontoinhaber zu einem anderen Kontoinhaber transferiert wird, fällt die Solidarabgabe an als prozentualer Aufschlag auf den Zahlbetrag und als einzige Besteuerung.
----------------------------------------------------------------------------------------------
Es macht keinen Sinn, den Geldtransfer als solches zu besteuern. Denn Geld ist ein eigentlich wertloses Tauschmittel. Werthaltigkeit bekommt Geld erst in Verbindung mit Waren (die natürlich auch immateriell sein können).
Erst wenn Geld gegen Ware getauscht wird, darf die Besteuerung einsetzen. Ware in diesem Zusammenhang ist auch eine Aktie, eine Versicherungspolice oder der Buchwert des Sparbuchs.
Ich kann keinen Sinn darin finden, reinen Geldtransfer ohne Besitzer- oder Warenwechsel zu besteuern.

Matthias
18.07.2006 16:18
-Im-
unregistriert
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Edit vom 06.11.2006

Lieber Matthias,

Geld wird werthaltig, wenn es ausgegeben wird. Doch dazu muss man auch darüber verfügen können.
Es geht nicht um die Besteuerung von Wertschöpfung oder sonst irgenwelchen Leistungen, sondern allein um das Partizipieren an der Geldzirkulation. Erst mit der dargestellten Form der Solidarabgabe werden - trotz eines geringen Prozentsatzes, dem sich niemand entziehen kann - die nötigen Mittel verfügbar zur Gestaltung einer humanen Gemeinschaft.
18.07.2006 16:19
Kai367
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Edit vom 06.11.2005

Hallo lM,
kann es sein das sie zu den Befürwortern einer sogenannten Kapitalumlaufsicherungssteuer gehören, die in etlichen Foren momentan diskutiert wird.
Gänzlich von der Hand zu weisen ist das sicher nicht, habe das mal grob durchgerechnet.
Aber können und wollen wir den Leuten ständig neue Steuern überhaupt noch zumuten?
fragt
Kai, MfG
18.07.2006 16:19
-Im-
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Edit vom 07.11.2005

Hallo Kai367,
mit der "Kapitalumlaufsicherungssteuer" habe ich mich noch nicht befasst, daher weiß ich jetzt nicht, ob die dargelegte Solidarabgabe einer solchen entspricht.
Auf jeden Fall meine ich eine triviale Solidarabgabe unter Wegfall sämtlicher Steuern aller Art einschließlich ihrer Verwaltungssysteme.
18.07.2006 16:20
Conny-
unregistriert
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Edit vom 10.06.2006

Hallo Mathias,

die Progressivität habe ich nun erkannt. Nach dem Einwand von lm kam ich auf die Idee diese Einkommenssteuer zu streichen und dafür sämtliche Kapitalanlageformen zu besteuern, das dann aber den Nachteil bringen könnte, daß das Geld dann wirklich in einen Sparstrumpf geschoben wird und von daher das Geld aus dem Geldkreislauf verschwindet. Dem könnte dann nur noch eine Kapitalumlaufsicherungssteuer entgegen wirken, die hier auch genannt wurde.

Freundliche Grüße
Conny
18.07.2006 16:21
Matthias_Dilthey Matthias_Dilthey ist männlich
Administrator


Dabei seit: 20.07.2006
Beiträge: 186

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Zitat:
Original von Conny-
Edit vom 10.06.2006

Hallo Mathias,

die Progressivität habe ich nun erkannt.

Freundliche Grüße
Conny


Zur Verdeutlichung noch eine graphische Darstellung:

01.02.2007 21:18 Matthias_Dilthey ist offline E-Mail an Matthias_Dilthey senden Homepage von Matthias_Dilthey Beiträge von Matthias_Dilthey suchen Nehmen Sie Matthias_Dilthey in Ihre Freundesliste auf
Ording
unregistriert
EKSteuerprogression Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von -Im-
Edit vom 05.11.2005

Hallo Matthias,
an anderen Stellen sprichst du dich gegen eine Besteuerung von Einkommen aus, was auch richtig ist.
Das PsgD-Steuer-Modell weicht davon ab, zumal jegliche Steuerprogression auf der Einkommensseite UNGERECHT ist.
Ich komme wiedermal nicht so recht mit...


Also für ungerecht kann eine EKSteuerprogression nur halten, wer superextremviel verdient - denn nur solche zahlen dadurch dann mehr und die anderen entsprechend weniger ! Und das soll ungerecht sein ?
04.02.2007 11:40
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